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Hintere Schulter trainieren: 5 Übungen für mehr Muskelmasse | Der komplette Rear-Delt-Guide

Hintere Schulter trainieren: 5 Übungen für mehr Muskelmasse | Der komplette Rear-Delt-Guide

Für die hintere Schulter brauchst du Übungen, bei denen du die Oberarme nicht nur nach hinten führst, sondern zuverlässig seitlich öffnest. Du musst nicht alle 5 Übungen unterbringen: 2 Übungen mit unterschiedlichen Bewegungsbahnen reichen völlig aus.

Für runde Schultern auch von hinten ist die Aufteilung entscheidend: eine stabile Übung, bei der der Rücken kaum übernehmen kann, und eine Übung, bei der sich Gewicht oder Wiederholungen gut steigern lassen.

Rear-Delt-Übungen nach Faserverlauf, Muskellänge, Stabilität und Progression auswählen

Der hintere Deltamuskel verläuft vom Schulterblatt zum Oberarmknochen und ist vor allem an der horizontalen Abduktion beteiligt, also am seitlichen Öffnen der Arme. Er arbeitet auch bei Bewegungen wie dem Rudern mit, bei denen der Oberarm nach hinten geführt wird. Je stärker du jedoch die Schulterblätter zusammenziehst, desto mehr übernehmen Trapez- und Rautenmuskeln. Beurteile eine Übung deshalb nicht allein nach der Ermüdung im Rücken, sondern danach, wie sich dein Oberarm relativ zum Oberkörper bewegt.

Für die Auswahl gibt es 4 Kriterien. Erstens sollten die Ellbogen ungefähr auf Schulterhöhe laufen und die Bewegung zur Richtung der hinteren Muskelfasern passen. Zweitens darf der Widerstand vom geschlossenen Startpunkt bis zum Öffnen der Arme nicht verschwinden. Drittens müssen Brust und Rumpf stabil bleiben. Viertens solltest du bei gleichbleibendem Bewegungsumfang das Gewicht oder die Wiederholungszahl steigern können. Eine gedehnte Muskelposition ist nicht automatisch die Position mit der höchsten Belastung. Berücksichtige deshalb auch die Zugrichtung des Kabels und die Schwerkraft, die auf eine Hantel wirkt.

In einer akuten EMG-Studie mit trainingserfahrenen Männern zeigte die hintere Schulter bei Lateral Raises eine höhere Aktivität als bei den Vergleichsübungen. EMG erfasst jedoch nur die momentane Muskelaktivität und erlaubt keine Rangfolge für den langfristigen Muskelaufbau. Die Daten können dir helfen, geeignete Übungen zu finden, aber keinen eindeutigen Sieger bestimmen.

1 und 2: Reverse Pec Deck und einarmiger Kabel-Reverse-Fly

1. Reverse Pec Deck

Die Brust liegt stabil am Polster, sodass du auf beiden Seiten leicht dieselbe Bewegungsbahn wiederholen kannst. Drücke die Griffe nicht mit den Händen nach hinten, sondern führe die Ellbogen nach außen. Stoppe kurz bevor du die Schulterblätter maximal zusammenziehst, damit die Übung nicht zum Wettkampf der Rückenmuskeln wird. Sie ist die erste Wahl, wenn du deine Technik neu lernen musst, gegen Ende eines Satzes häufig Schwung aus dem Rumpf holst oder Fortschritte bei den Wiederholungen klar verfolgen willst.

2. Einarmiger Rear-Delt-Fly am Kabelzug

Ziehe das Kabel von der gegenüberliegenden Seite und lasse den Arm am Start leicht vor dem Körper kreuzen. So bleibt der Widerstand auch in der langen Position der hinteren Schulter erhalten. Halte dich mit der freien Hand an der Säule fest, drehe den Brustkorb nicht mit und öffne den Arm nach außen, während der Ellbogenwinkel nahezu unverändert bleibt. Da du Rollenposition und Standpunkt fein anpassen kannst, eignet sich die Übung besonders, wenn du eine schulterfreundliche Bewegungsbahn suchst oder Seitenunterschiede gezielt bearbeiten willst.

Beide Übungen lassen sich gut auf die hintere Schulter begrenzen. Das angezeigte Gewicht der Maschine und die Übersetzung des Seilzugs unterscheiden sich jedoch je nach Studio. Vergleiche die Zahlen verschiedener Geräte nicht direkt, sondern orientiere dich an deinen Wiederholungen an derselben Maschine mit derselben Einstellung.

3 und 4: Reverse Fly auf der Schrägbank und brustgestütztes Rear-Delt-Rudern

3. Reverse Fly auf der Schrägbank

Lege dich bäuchlings auf die Bank, stabilisiere die Brust und hebe die Hanteln schräg nach außen. Beginne mit einem Bankwinkel von etwa 30–45 Grad. Suche einen Bereich, in dem die Schultern unten nicht zu weit nach vorn fallen und du oben nicht mit dem Trapezmuskel zuckst. Die Übung funktioniert auch mit wenig Equipment und macht es leicht, die Bewegungsbahn mit geringem Gewicht zu lernen. Stell dir am oberen Punkt vor, du wolltest die Hanteln voneinander wegbewegen. So lässt sich die Bewegung besser vom bloßen Zusammenziehen der Schulterblätter trennen.

4. Brustgestütztes Rear-Delt-Rudern

Lege die Brust auf die Bank und rudere mit Ellbogen, die etwa 60–90 Grad vom Oberkörper abgespreizt sind. Weil du die Ellbogen stärker beugst als bei Fly-Varianten, kannst du mehr Gewicht bewegen und die Übung als Hauptquelle für mechanische Spannung auf der hinteren Schulter nutzen. Ziehst du die Ellbogen zur Hüfte, übernimmt jedoch eher der Latissimus. Ziehst du die Schulterblätter stark zusammen, arbeitet vor allem der obere Rücken. Standardisiere deshalb nicht die Ausrichtung der Unterarme, sondern die Strecke, über die du die Oberarme seitlich öffnest.

Wenn der Reverse Fly das Erlernen der Bewegungsbahn und einen längeren Bewegungsumfang übernimmt und das Rear-Delt-Rudern für die Laststeigerung zuständig ist, überschneiden sich ihre Aufgaben nicht. Falls beim Rear-Delt-Fly hauptsächlich der Rücken arbeitet, prüfe zuerst die Korrektur von Schulterblatt- und Ellbogenbahn, bevor du weitere Übungen hinzufügst.

5: Face Pulls isolieren die hintere Schulter nicht, sondern trainieren den gesamten Schulterbereich

Beim Face Pull ziehst du das Seil zum Gesicht und gleichzeitig auseinander. Dadurch kommen horizontale Abduktion und Außenrotation zusammen. Neben der hinteren Schulter arbeiten auch der Trapezmuskel und die Außenrotatoren der Schulter. Statt die Übung als reine Rear-Delt-Übung möglichst schwer auszuführen, solltest du sie als Ergänzung betrachten, die den gesamten Schulterbereich einbezieht.

Stelle die Rolle auf Augen- bis Stirnhöhe ein und führe die Seilenden außen an den Ohren vorbei. Geh nicht ins Hohlkreuz und ziehe das Gewicht nicht mit dem Körper. Wähle eine Last, bei der die Unterarme nicht deutlich von der Verlängerung des Kabels abknicken. Face Pulls passen gut, wenn deine Schultern durch Pressübungen oder Schreibtischarbeit häufig nach vorn fallen und du eine Bewegung mit Außenrotation im Wochenplan behalten möchtest. Bleiben Schmerzen oder ein Einklemmgefühl an der Vorderseite der Schulter trotz Technikanpassung bestehen, trainiere nicht weiter unter Last und lass dich von einer Fachperson beraten.

Auch ein starker Pump bei Face Pulls beweist noch kein Wachstum der hinteren Schulter. Wenn sie Priorität hat, mach eine stabile Übung oder eine Variante mit freien Gewichten zur Hauptübung und behandle Face Pulls als zusätzliche Übung mit einer anderen Aufgabe.

Wähle 2 der 5 Übungen und setze an verschiedenen Tagen unterschiedliche Belastungsreize

Ein guter Einstieg sind an deinem Schulter- oder Push-Tag 3 Sätze Reverse Pec Deck mit 8–15 Wiederholungen und an deinem Rücken- oder Pull-Tag 3 Sätze brustgestütztes Rear-Delt-Rudern mit 10–20 Wiederholungen. Machst du bereits viele Ruderzüge und Klimmzüge, ersetze die zweite Übung durch den einarmigen Kabel-Reverse-Fly, um den oberen Rücken weniger zu ermüden. Starte mit etwa 6 direkten Sätzen pro Woche. Zähle zuerst die Überschneidungen mit deinem bestehenden Training für die gesamte Schulter, bevor du das Volumen erhöhst oder reduzierst.

Plane pro Satz RIR 1–3 ein, also noch 1–3 Wiederholungen in Reserve, und beende ihn, sobald die angestrebte Bewegungsbahn zusammenbricht. Auch bei leichten Übungen musst du nicht hektisch bis zum Limit trainieren und immer mehr Schwung einsetzen. Erreichst du mit derselben Einstellung in allen Sätzen die Obergrenze der Wiederholungen, erhöhe das Gewicht um die kleinstmögliche Stufe. Wird der Bewegungsumfang kürzer, geh wieder auf das vorherige Gewicht zurück. Nicht nur das Gewicht, sondern auch die Wiederholungszahl zu steigern, ist praktische Anwendung von Progressive Overload.

Steigen nach 4–6 Wochen weder Wiederholungen noch Gewicht und versagen Rücken oder Arme vor der hinteren Schulter, solltest du zuerst die Übung wechseln, statt weitere Sätze hinzuzufügen. Entwickeln sich dagegen deine Zahlen, dein Umfang und deine Fotos unter gleichen Bedingungen positiv, bleib bei den aktuellen 2 Übungen, statt 3 neue Varianten einzubauen.

Diagram: Das Wichtigste auf einen Blick

FAQ

Gehört die hintere Schulter an den Rücken- oder den Schultertag?
Beides funktioniert. Schweres Rear-Delt-Rudern passt gut zum Rückentag, Fly- und Raise-Varianten eher zum Schultertag. So lassen sich ihre Aufgaben leichter von den übrigen Übungen trennen. Hat die hintere Schulter Priorität, platziere sie nicht am Ende des Trainings, sondern früher, solange du noch wenig ermüdet bist.
Reichen für die hintere Schulter ausschließlich hohe Wiederholungszahlen?
Du musst dich nicht auf hohe Wiederholungszahlen beschränken. Solange die Bewegungsbahn stabil bleibt, kannst du auch mit mittleren Wiederholungszahlen Muskelaufbau erzielen. Bei kleinen Muskelgruppen fallen Gewichtssprünge oft relativ groß aus. Steigere deshalb zuerst die Wiederholungen und erhöhe das Gewicht erst, wenn du die Obergrenze erreicht hast.
Sollte ich die Übung wechseln, wenn ich die hintere Schulter nicht spüre?
Wechsle nicht sofort nur wegen des Muskelgefühls. Prüfe zuerst die Ellbogenbahn, die Bewegung der Schulterblätter und ob du Schwung einsetzt. Ermüden trotz dieser Korrekturen weiterhin andere Muskeln zuerst und machst du unter gleichen Bedingungen mehrere Wochen lang keine Fortschritte, ist der Wechsel zu einer stabileren Übung sinnvoll.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Rear-Delt-Übungen nach Faserverlauf, Muskellänge, Stabilität und Progression auswählen
  • Je 1 stabile und 1 belastungsorientierte Übung wählen, damit sich ihre Aufgaben nicht überschneiden
  • Face Pulls eignen sich eher als Ergänzung für den gesamten Schulterbereich als zur Isolation der hinteren Schulter
  • Mit etwa 6 Sätzen pro Woche beginnen und den Fortschritt bei stabiler Bewegungsbahn beurteilen

Quellen

  1. Different Shoulder Exercises Affect the Activation of Deltoid Portions
  2. Low- vs High-load Resistance Training for Strength and Hypertrophy: Meta-analysis

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