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Rückendicke aufbauen | 5 Ruderübungen für mittleren Trapez und Rhomboiden

Rückendicke aufbauen | 5 Ruderübungen für mittleren Trapez und Rhomboiden

Für mehr Rückendicke wählst du Ruderübungen, bei denen die Ellbogen leicht nach außen zeigen, der Zug zur unteren Brust geht und sich die Schulterblätter vor und zurück bewegen. Wichtiger als möglichst viel Gewicht ist eine stabile Position, in der mittlerer Trapezmuskel und Rhomboiden durchgehend arbeiten können.

Damit auch die Rückenbreite aus dem kompletten Rückentraining nicht zu kurz kommt, vergleichen wir hier 5 horizontale Zugübungen, die sich besonders gut auf die Schulterblattregion ausrichten lassen.

Ruderübungen nach Ellbogenhöhe, Stütze und Schulterblattbewegung auswählen

Für die optische Tiefe des Rückens sind mehrere Strukturen verantwortlich, darunter der mittlere Trapezmuskel, die Rhomboiden, die hinteren Deltamuskeln und die Rückenstrecker. Mit „Rückendicke“ sind in diesem Artikel vor allem der mittlere Trapezmuskel und die Rhomboiden zwischen den Schulterblättern gemeint. Das unterscheidet sich von der stabilisierenden Rumpfarbeit beim Kreuzheben und von Shrugs, die gezielt den oberen Trapezmuskel belasten.

Auch wenn eine Übung „Rudern“ heißt, kann sie unterschiedliche Muskeln betonen: Mit eng am Körper geführten Ellbogen und einem Zug zur Hüfte liegt der Fokus eher auf dem Latissimus. Öffnest du die Ellbogen um etwa 30–60 Grad und ziehst vom Bereich des Solarplexus zum unteren Brustbein, lässt sich die Belastung leichter auf die Schulterblattregion verteilen. Der Winkel ist kein fester Wert. Finde einen Bereich, der sich für die Schultern gut anfühlt und in dem Unterarm und Zugrichtung bis zum Endpunkt auf einer Linie bleiben.

  • Mit oder ohne Bruststütze: Sollen unterer Rücken und hintere Oberschenkel mitarbeiten oder möchtest du die Belastung möglichst stark auf den Rücken begrenzen?
  • Bewegungsfreiheit der Schulterblätter: Lässt das Gerät zu, dass sie sich am Start nach vorn öffnen und am Endpunkt zusammenziehen?
  • Ellbogenbreite: Bleibt die Vorderseite der Schulter beschwerdefrei, wenn du zur gewünschten Position ziehst?
  • Durchgehende Belastung: Kannst du die Spannung von der gedehnten bis zur verkürzten Position ohne Schwung halten?
Diagram: Ruderübungen nach Ellbogenhöhe, Stütze und

5 Ruderübungen für mittleren Trapez und Rhomboiden

1. Brustgestütztes Kurzhantelrudern

Lege die Brust auf einer Schrägbank ab und ziehe beide Kurzhanteln zum unteren Brustbein. Der untere Rücken muss kaum stabilisieren, während sich Griffbreite und Ellbogenwinkel auf jeder Seite individuell anpassen lassen. Ist die Bank zu hoch, stoßen die Kurzhanteln allerdings leicht auf den Boden. Stelle sie deshalb so ein, dass du die Arme vollständig strecken und die Schulterblätter nach vorn bewegen kannst.

2. Sitzendes Kabelrudern mit weitem Griff

Greife eine längere Stange etwas weiter als schulterbreit, führe die Ellbogen nach außen und ziehe zur oberen Bauchregion. Der Kabelzug hält meist schon am Start Spannung und erleichtert den wiederholten Wechsel zwischen Vorführen und Zusammenziehen der Schulterblätter. Wenn du die Brust stark herausdrückst und dich nach hinten lehnst, erzeugst du zusätzlichen Bewegungsumfang über den Rumpf. Halte deshalb den Abstand zwischen Becken und Rippen konstant.

3. Brustgestütztes T-Bar-Rudern

Eine T-Bar-Maschine mit Bruststütze bietet beidarmig viel Stabilität und eignet sich gut, um die Belastung bei einer Hauptübung für Rückendicke schrittweise zu steigern. Selbst wenn nur ein enger Parallelgriff verfügbar ist, solltest du die Ellbogen nicht genau seitlich abspreizen. Richte sie etwa 30–45 Grad nach außen und wähle eine Einstellung, mit der du den Griff in die Nähe des Solarplexus ziehen kannst.

4. Seal Row

Lege dich bäuchlings auf eine nahezu waagerechte Bank und ziehe eine Langhantel oder Kurzhanteln vom Boden nach oben. Beinschwung und ein Aufrichten des Oberkörpers sind dabei kaum möglich, sodass jede Wiederholung unter klaren Bedingungen abläuft. Die Übung erfordert eine ausreichend hohe Konstruktion. Beginne aus der Position mit nach vorn geführten Schultern nicht mit übermäßigem Gewicht, da sonst die Zugbahn instabil wird. Arbeite kontrolliert mit einem mittleren Gewicht.

5. Vorgebeugtes Langhantelrudern

Diese Variante eignet sich für alle, die freie Gewichte nutzen und Rückendicke sowie Rumpfstabilität gleichzeitig trainieren möchten. Halte den Oberkörperwinkel während des gesamten Satzes konstant und ziehe die Stange zum oberen Bauch, um die Schulterblattregion stärker zu betonen. Wenn unterer Rücken oder hintere Oberschenkel in einer Woche zuerst ermüden, streiche die Übung und wechsle zu einer brustgestützten Variante.

Schulterblätter nicht dauerhaft zusammenziehen: Auch die Dehnung gehört zum Rudern

Beim Training von mittlerem Trapezmuskel und Rhomboiden ist „Schulterblätter zusammenziehen und Brust raus“ ein brauchbarer Hinweis für den Endpunkt. Fixierst du die Schulterblätter jedoch schon vor dem Start, verkürzt du ihren Bewegungsweg. Führe beim Ablassen die Oberarme nach vorn und erlaube den Schulterblättern, sich entlang des Brustkorbs nach außen zu bewegen. Ziehe anschließend die Ellbogen nach hinten, bis sich die Innenseiten der Schulterblätter annähern.

Ziehst du am Endpunkt die Schultern so stark hoch, dass der Hals kurz wirkt, wandert die Belastung leicht in den oberen Trapezmuskel. Ein bewusstes, starkes Herunterdrücken der Schultern kann dagegen die natürliche Schulterblattbewegung blockieren. Halte den Hals lediglich lang und denke weniger an „nach unten“, sondern daran, die Schulterblätter zur Wirbelsäule zu führen.

Du musst beim Tempo nicht jede Sekunde exakt zählen. Entscheidend ist, das Ablassen zu kontrollieren und das Gewicht in der maximal gedehnten Position nicht fallen zu lassen. Wähle eine Belastung, bei der du vom Start bis zum Endpunkt dieselbe Zugbahn einhalten kannst, statt nur im letzten Teil des Bewegungsumfangs schnelle Wiederholungen zu schaffen. Wenn die Unterarme wegen des Griffs zuerst aufgeben, sind Zughilfen eine Option. Knickt lediglich das Handgelenk ab, solltest du zuerst die Griffbreite anpassen.

Wähle die Hauptübung danach, wie viel zusätzliche Ermüdung du akzeptieren kannst

ÜbungStabilitätBelastung des unteren RückensGeeignet, wenn du
Brustgestütztes Kurzhantelrudernhochniedrigdie Zugbahn beider Seiten abstimmen möchtest
Sitzendes Kabelrudernmittel bis hochniedrig bis mitteldie gedehnte Position wiederholt trainieren möchtest
Brustgestütztes T-Bar-Rudernhochniedrigdie Belastung schrittweise steigern möchtest
Seal RowhochniedrigSchwung konsequent ausschließen möchtest
Langhantelrudernniedrig bis mittelhochgleichzeitig die Rumpfstabilität trainieren möchtest

Die Vor- und Nachteile von Langhantel- und Kabelrudern behandeln wir ausführlich im Vergleich der beiden Ruderübungen. Für mehr Rückendicke zählt bei der Auswahl auch, ob der untere Rücken vom Squat oder RDL des Vortags noch ermüdet ist und ob die Belastung das nächste Beintraining beeinträchtigt. Ist der lokale Trainingsreiz ähnlich, wähle die Variante, die deinen gesamten Wochenplan nicht aus dem Gleichgewicht bringt.

Diagram: Wähle die Hauptübung danach, wie viel

Schweres Rudern und kontrolliertes Rudern auf verschiedene Tage legen

Wenn du den Rücken auf 2 Tage verteilst, kannst du an Tag A beispielsweise 3 Sätze brustgestütztes T-Bar-Rudern mit 6–10 Wiederholungen und an Tag B 3 Sätze sitzendes Kabelrudern mit weitem Griff und 10–15 Wiederholungen ausführen. So trennst du eine Übung zur Belastungssteigerung von einer Übung, bei der ein gleichmäßiger Bewegungsumfang im Mittelpunkt steht. Verteile vertikale Zugübungen für den Latissimus in der benötigten Menge auf beide Tage, statt unbegrenzt weitere Übungen für Rückendicke hinzuzufügen.

Wenn du Langhantelrudern einsetzt, lege es auf einen Tag mit wenigen Hüftstreckübungen und begrenze das Gesamtvolumen zusammen mit dem brustgestützten Rudern auf ein mit der Erholung vereinbares Maß. Pausiere zwischen den Sätzen nicht nur so lange, bis sich die Atmung beruhigt hat, sondern bis du dieselbe Ellbogenbahn wie im vorherigen Satz wiederholen kannst. Wenn wegen kurzer Pausen Griffkraft oder Ausdauer vor dem Rücken versagen, passt der limitierende Faktor des Satzes nicht zum Trainingsziel.

Vergleiche deinen Fortschritt nicht anhand der angezeigten Gewichte verschiedener Geräte, sondern nur bei derselben Übung mit identischer Einstellung. Notiere Sitzposition, Griff, Oberkörperwinkel und Endpunkt der Wiederholung. So erkennst du leichter, ob zusätzliche Wiederholungen lediglich durch einen kürzeren Bewegungsumfang entstanden sind. Selbst wenn du dich von 6 auf 12 Wiederholungen steigerst, ist es ein anderer Datensatz, sobald sich die Schulterblätter kaum noch bewegen.

Diagram: Das Wichtigste auf einen Blick

FAQ

Brauche ich Kreuzheben für mehr Rückendicke?
Nein, Kreuzheben ist keine Voraussetzung. Es belastet die Rückenstrecker und die Stabilisationsmuskulatur des gesamten Körpers stark, erfüllt aber eine andere Funktion als horizontale Zugübungen, die mittleren Trapezmuskel und Rhomboiden dynamisch trainieren. Setze es separat ein, wenn es zu deinem Ziel passt und dein Ermüdungsbudget ausreicht.
Sollte ich die Schulterblätter bei jeder Ruderwiederholung maximal zusammenziehen?
Es reicht, sie in einem natürlichen und schmerzfreien Bereich zusammenzuführen. Eine erzwungene maximale Retraktion kann dazu führen, dass die Schultern nach vorn kippen oder du sie zum Hals hochziehst. Entscheidend ist, dass du die Schulterblätter beim Ablassen öffnest und beim Ziehen zur Wirbelsäule führst – ohne dass das Gewicht die Bewegung verändert.
Sind hohe Gewichte und niedrige Wiederholungszahlen besser für die Rückendicke?
Hohe Gewichte sind eine Option, aber nicht die einzige wirksame. Wenn sich durch das Gewicht Oberkörperwinkel oder Ellbogenhöhe verändern, verschiebt sich auch der Trainingsreiz. Du kannst mehrere Bereiche nutzen, in denen deine Technik stabil bleibt: etwa 6–10 Wiederholungen bei der Hauptübung und 10–15 Wiederholungen an einem stabilen Kabelzug.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Für mehr Rückendicke die Ellbogen leicht öffnen und zur unteren Brust ziehen
  • Mit oder ohne Bruststütze den lokalen Reiz und die Ermüdung des unteren Rückens steuern
  • Schulterblätter nicht fixieren, sondern bei jeder Wiederholung vor und zurück bewegen
  • Schweres und leicht kontrollierbares Rudern auf verschiedene Tage verteilen

Quellen

  1. Variations in Muscle Activation During Traditional Latissimus Dorsi Exercises

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